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 Knochenbüche

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Astrid
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BeitragThema: Knochenbüche   Do Feb 05, 2009 1:44 pm

"Das menschliche Skelett besteht aus 206 verschiedenen Knochen. Sie können brechen, wenn sie zu stark belastet werden. An manchen Stellen, z.B. am Oberarm, gibt es sogar "Sollbruch-Stellen". Dort brechen die Knochen bei Unfällen besonders häufig.

Der Knochen besteht aus einem mineralischen, elastischen und bindegewebigem Anteil. Außerdem durchziehen den Knochen Blutgefässe und Nerven. Je nach Alter des Menschen variiert die Zusammensetzung des Knochens:

Bei Kindern überwiegen elastische Anteile. Die Knochen "verbiegen" sich deshalb eher (Grünholzbruch), als dass sie splittern.

Bei Erwachsenen ist das Verhältnis zwischen mineralischen, elastischen und bindegewebigen Anteilen ausgewogen.

Bei älteren Menschen nehmen die elastischen und bindegewebigen Anteile ab, der Knochen wird spröde und splittert leicht.

Auch krankhafte Veränderungen können das Risiko eines Knochenbruchs erhöhen. Bei einer Knochenentkalkung (Osteoporose) hat der Knochen einen geringeren mineralischen Anteil. Der Knochen wird dadurch geschwächt. Schon kleinere Verletzungen können zu Knochenbrüchen führen.

Brüche werden nach folgenden Kriterien unterschieden:

Begleitende Weichteilverletzung (offen oder geschlossen)

Lokalisation (Schaft oder gelenknaher Anteil)

Zahl der Bruchstücke

Ausmaß der Fehlstellung

Wie wird ein Knochenbruch diagnostiziert?

Die klassische Methode ist eine Röntgenuntersuchung. Die Röntgenaufnahmen bilden nur die Knochen, aber nicht die Sehnen, Muskeln oder Bänder, ab. Bei fast jedem Bruch lassen sich Stellung und Anzahl der Bruchstücke erkennen. Röntgenbilder zeigen außerdem, ob ein Gelenk betroffen und der Bruch verschoben ist.

Unverschobene Brüche (ähnlich einem "Sprung im Teller”) sind manchmal über das Röntgenbild nicht diagnostizierbar.

Wie wird ein Knochenbruch behandelt?
Es gibt drei Prinzipien, wie man Knochenbrüche behandelt:

Einrichtung (Reposition)

Ruhigstellung (Immobilisation)

Druck auf die Bruchstelle (Kompression)

Dass man Druck auf die Bruchstelle ausüben muss, ist eine neuere Erkenntnis aus den 70er-Jahren. Viele Fehlergebnisse früherer Bruchbehandlungen ließen sich damit erklären. In der Folge gründete sich eine deutsch-schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen (AO), die Behandlungsrichtlinien sowie ein einheitliches, universell verwendbares Instrumentarium herausgibt.

Muss jeder Bruch operiert werden?

Viele Brüche müssen nicht operiert werden. Insbesondere unverschobene Brüche oder solche, die nach dem Einrichten stabil sind, also keine Tendenz zur erneuten Verschiebung (Dislokation) zeigen, werden ohne Operation (konservativ) behandelt. Der Bruch wird dann in einem Gipsverband ruhig gestellt.

Den klassischen Gipsverband haben in den letzten Jahren zunehmend Kunststoffverbände verdrängt. Sie sind leichter, haben aber sonst keine prinzipiellen Vorteile. Verbände aus Kunststoff sind teurer und erfordern eine ausgefeiltere Technik und größere Erfahrung beim Anlegen. Für viele Bruchtypen gibt es heute vorgefertigte Schienen.

Frische Brüche werden nie in einem geschlossenen (zirkulären) Gipsverband ruhig gestellt, da sich eine Schwellung nicht ausdehnen kann. Die Folge wären erhebliche Durchblutungsstörungen.

Wann werden Brüche operiert?
Manche Brüche müssen aus folgenden Gründen operiert werden.

Wenn sie sich mit oder ohne Einrichtung leicht wieder verschieben: Hier kann eine definitive Versorgung erfolgen.

Wenn sie nur langsam heilen: Eine längere Gipsbehandlung lässt sich vermeiden, und man kann frühzeitig mit einer krankengymnastischen Übungsbehandlung beginnen.

Offene Brüche: Hier muss der Weichteilmantel wiederhergestellt werden.

Angewendet werden Platten und Schrauben in verschiedenen, dem jeweiligen Knochen angepassten Stärken. Bestimmte Knochenbrüche werden mit einzelnen Schrauben, Marknägeln, Bohrdrähten und Spezial-Implantaten behandelt.

Je nach dem Grad der Belastbarkeit unterscheidet man die operative Knochenbruch-Behandlung:

Lagerungsstabil: keinerlei Bewegung ohne Unterstützung

Übungsstabil: nur geführte Bewegungen und eventuell Teilbelastung

Belastungsstabil: alle Bewegungen unter Vollbelastung

Treten Komplikationen auf?

Die meisten Brüche heilen gut und ohne Komplikationen. In seltenen Fällen "rutscht" ein Bruch im Gips ab. Möglicherweise muss er erneut eingerichtet bzw. operiert werden.

Gelegentlich heilt der Knochen nicht, und es bildet sich ein Falsch-Gelenk (Pseudarthrose). Verursacht die Pseudarthrose Beschwerden, muss sie operiert werden. Gefürchtet, aber sehr selten ist eine Infektion des Knochens. Sie tritt besonders nach offenen Brüchen auf. Dann ist eine aufwändige Behandlung mit wiederholten Spülungen notwendig.

Patienten, die einen Gips tragen, bekommen manchmal Durchblutungsstörungen durch Druckstellen. Neben Hautschäden kommen sehr selten auch Nervenschäden vor. Das Thromboserisiko ist am Bein besonders hoch, wenn es im Gipsverband ruhig gestellt ist. Eine entsprechende Thrombosevorsorge ist deshalb heute Standard."
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