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 Mittelohrentzündung bei Kindern

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Astrid
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BeitragThema: Mittelohrentzündung bei Kindern   So Feb 08, 2009 7:55 pm

Was ist eine Mittelohrentzündung?

Oft entsteht eine Mittelohrentzündung im Zusammenhang mit einer Erkältung, Grippe oder Masern -Erkrankung. Die Viren oder Bakterien gelangen durch den Verbindungsgang zwischen Ohr und Nasen-Rachen-Raum (Ohrtrompete) ins Mittelohr. Dort verursachen sie eine Entzündung der Schleimhaut mit Ergussbildung (Paukenerguss). Bei Kindern ist die Ohrtrompete noch so eng, dass sie schon bei kleineren Entzündungen zuschwillt. Eiter und Entzündungsflüssigkeit können nicht mehr aus dem Mittelohr abfließen. Besonders häufig tritt die Erkrankung bei Kindern im ersten Lebensjahr und zwischen vier und sechs Jahren auf.

Wie ensteht eine Mittelohrentzündung?

Das Mittelohr ist ein luftgefüllter Hohlraum, der zwischen Trommelfell und dem Innenohr liegt. Ein Luftkanal zwischen dem Mittelohr und dem Nasen-Rachen-Raum, die so genannte Ohrtrompete, sorgt im Normalfall dafür, dass das Mittelohr ausreichend belüftet wird und eventuell Flüssigkeit abfließen kann. Häufige Ursache für eine Mittelohrentzündung sind über die Ohrtrompete fortgeleitete Infektionen aus dem Nasen-Rachen-Bereich. Die häufigste Ursache bei Kindern sind ein banaler Luftwegsinfekt, vergrößerte Rachenmandeln oder chronische Infekte der oberen Luftwege.

Was sind die Anzeichen einer Mittelohrentzündung?

Stechende oder pochende Schmerzen sowie Druckgefühl im Ohr
Vermindertes Hörvermögen
Schlechter Allgemeinzustand, Schüttelfrost, Schwindel, Erbrechen, Durchfall und Fieber
Babys zupfen sich immer wieder am Ohr, weinen, trinken wenig und haben meistens Fieber

In vielen Fällen platzt das Trommelfell und Blut und Eiter fließen aus dem Ohr. Die Schmerzen lassen dann schlagartig nach. In den meisten Fällen heilt die Trommelfellverletzung innerhalb von zwei Wochen.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Der Arzt untersucht das Ohr mit einem Ohrenspiegel (Otoskop: Ohrtrichter mit Lichtquelle und Lupe). Eine Wölbung des Trommelfells deutet darauf hin, dass sich Flüssigkeit angesammelt hat und der Druck im Ohr erhöht ist. Für den Arzt ist auch die Krankengeschichte Ihres Kindes interessant, zum Beispiel, ob es häufig unter Ohrinfektionen leidet oder ob es eine Infektion der oberen Atemwege hatte. In der Regel testet er das Gehör Ihres Kindes bei wiederkehrenden Ohrentzündungen. Er kann auch eine Überprüfung der Trommelfellbeweglichkeit (Tympanometrie) durchführen, um einen so genannten Paukenerguss zu erkennen.

Wie wird eine Mittelohrentzündung behandelt?

Damit wieder ausreichend Luft in das Mittelohr gelangt, wird zunächst die Blockade behandelt. Nasentropfen bewirken, dass die Schwellung der Schleimhäute zurückgeht und sich die Ohrtrompete wieder öffnet.

In den ersten beiden Lebensjahren, bei gehäuften Mittelohrentzündungen oder beim Auftreten von Komplikationen sind Antibiotika notwendig. Bei älteren Kindern entscheidet Ihr behandelnder Kinderarzt je nach Ausmaß des Ohrbefundes und der Beschwerden, ob eine Behandlung mit Antibiotika angebracht ist.

In schweren Fällen, wenn die Mittelohrentzündung immer wiederkehrt oder ein Paukenerguss länger als drei Monate besteht, wird ein kleines Röhrchen in das Trommelfell eingesetzt. Die Flüssigkeit kann dadurch abfließen und das Mittelohr wird ausreichend belüftet.

Manchmal ist es notwendig, die Rachenmandeln zu entfernen.

Ihr Kind sollte auf der Seite schlafen (krankes Ohr nach oben), damit Eiter und Flüssigkeit besser abfließen können.

Zwiebelwickel sind ein bewährtes Mittel. Sie steigern die Durchblutung des Ohrs, lindern die Schmerzen und hemmen die Entzündung. Für einen Zwiebelwickel hacken Sie die Zwiebeln klein, überbrühen sie und legen sie dann in ein trockenes Leintuch. Sind die Zwiebeln und das Leintuch abgetropft, legen Sie den Wickel auf das Ohr.

Nach 48 Stunden sollten sich die Beschwerden deutlich bessern. Aus diesem Grund wird Ihr Kinderarzt in der Regel auch Kontrolltermine vereinbaren: den ersten nach zwei Tagen und einen weiteren nach zwei Wochen. Sie gehen damit sicher, dass sich ein möglicher Paukenerguss zurück gebildet hat.

Welche Komplikationen können auftreten?

Die Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr kann das Hörvermögen beeinträchtigen.

Wird die Flüssigkeit nicht entfernt, oder bleibt die Ohrtrompete für längere Zeit blockiert, können sich dort Bakterien ansiedeln, die eine zweite Infektion verursachen.

Entzündungen der angrenzenden Knochen (Mastoiditis) mit Rötung hinter dem Ohr und abstehender Ohrmuschel

In seltenen Fällen kann eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Gesichtsnervenlähmung die Folge sein.

Hat Ihr Kind häufig eine Mittelohrentzündung, kann sich das Hörvermögen dauerhaft verschlechtern. Dies führt womöglich zu einer verlangsamten sprachlichen Entwicklung.

Wie kann man einer Mittelohrentzündung vorbeugen?

Durch frühzeitige Gabe von Nasentropfen bei einer Erkältung wird die Belüftung des Mittelohres verbessert und unter Umständen eine Mittelohrentzündung oder zumindest deren Ausbreitung verhindert.

Mittelohrentzündungen sind meistens nicht zu verhindern.

Lassen Sie Ihr Kind regelmäßig von einem Ohrenarzt oder Ihrem Kinderarzt untersuchen.

Inzwischen ist ein Impfschutz gegen Pneumokokken möglich. Der Erreger ist für ca. 25 Prozent der eitrigen Mittelohrentzündungen verantwortlich. Ab dem 3. Lebensmonat kann jedes Baby zeitgleich mit der Sechsfachimpfung geimpft werden. Dabei sollten auf jeden Fall Kinder mit erhöhtem Erkrankungsrisiko (z.B. Frühgeborene, dystrophe Babies oder Kinder mit Lungen- oder wiederholten Ohrenentzündungen) geimpft werden. Inzwischen ist es aber auch möglich sein gesundes Baby/Kind schützen zu lassen

Falls Ihr Kind schon einseitig einen Ohrschaden hat, ist es wichtig, das nicht betroffene Ohr besonders zu pflegen.

Achten Sie darauf, dass sich Ihr Kind keine Gegenstände ins Ohr steckt.

Reinigen Sie das Ohr Ihres Kindes nur im äußeren Bereich. Verwenden Sie keine Wattestäbchen zum Reinigen des Gehörgangs, sondern lassen Sie Ohrenschmalzpfropfen vom Kinderarzt entfernen.

Vermeiden Sie einen Schwimmbadbesuch, wenn Ihr Kind erkältet ist. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind in dieser Zeit nicht mit feuchten Haaren in Zugluft gerät.


Quelle: Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie
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